Ro-Humor

Handwerker lassen sich gerne zwanzig Mal auffordern, denn dazwischen liegen ihre wichtigen Prioritäten und mindestens fünf Feiertage. Es gibt kalendaristische Feiertage (gleich doppelt: nach dem alten und nach dem neuen Kalender) und selbstgewählte Feiertage, so hält sich das Jahr die Waage – und je mehr Heilige und Feiertage im Jahr, wird dieses umso lebenswerter.

Die erste Frage vom Installateur ist immer: „Hast du einen Schnaps im Haus?” Ein Blaubeerenlikör hat immer Vorrang vor Wetter, Wolken, Sonne und Wind, sowie dem nächsten Arbeitsgang.

Die gebräuchlichsten Werkzeuge am Lande sind Hammer, Beißzange, Nägel und Draht.

Die Fensterrahmen werden nach Augenmaß eingesetzt, dazu braucht man keine Wasserwaage. Der Handwerker sagte, daß die Fenster nun drin seien, es fehle nur noch das Glas. Das man nachher auch noch einen weiteren, zusätzlichen Arbeitsgang hat, um den Rahmen mit Pinienöl einzuprägen, versteht sich ganz von selbst und interessiert nicht mehr – geschweige denn den Transport zum Glaser.

Teppiche waschen, Brennholz spalten und Autos reparieren, geht auf der Fahrspur – man hat ja keinen Asphalt im Hof –

Eine verbogene Spurstange kann an einem Felsen grob und mit dem Hammer fein ausgerichtet werden.

Zum Anschieben vom Auto reichen auch die Nachbarn aus und sobald der Motor läuft, muß man ihn nur noch auf hohen Drehzahlen halten.

Im Winter besteht der Abschleppdienst praktischerweise aus vor dem Auto gespannten Pferden.

Es wird demokratisch gefahren: Jeder macht sich seine eigene Fahrweise und das wird von den Anderen akzeptiert. So hält sich die gegenseitige Toleranz im Gleichgewicht und auch die Harmonie.

Um ein Handtuch aufzuhängen, braucht man keine Bohrmaschine, Meter, Haken und Dübel, man haut einfach mit dem Hammer einen Nagel in die Wand.

Das Handtuch braucht auch kein Schlupfel zum aufhängen, einfachheitshalber macht man ein Loch rein.

Warum soll man sich die Mühe machen, den Nachbarn vom nächsten Berg zu besuchen, wenn man ihn doch sowieso am Sonntag nach der Kirche in der Dorfkneipe trifft?

Wenn man kein Geld aber Durst hat, geht man einfach sieben Bekannte besuchen und kriegt sieben Gratis-Schnäpse serviert – Gute Nacht – . Der Vorteil ist, man braucht dabei keinen Bankautomaten, kein Auto, und auch keine Uhr.

Wer Hunger hat, braucht nicht erst nach Hause zu gehen, am Tisch vom nächsten Bekannten verlangt er nach Essen.

Wozu braucht man ein Taxi, wenn man Busse als Anhalter stoppt und auch nach Belieben aussteigt? Sie eignen sich auch hervorragend für Baumaterialientransporte und man kann dabei außerdem noch mit dem Fahrer Witze erzählen.

Wenn der Busfahrer im Restaurant einen Kaffee trinken will, fragt er erst die Fahrgäste wer noch mitkommt, die anderen schließt er dann solange im Bus ein.

Klappernde Stoßdämpfer, gesprungene Windschutzscheiben, laufende TV Reklame und Handygespräche im Bus, können mit einem Dosenbier neutralisiert werden „man reist relaxter” und  Zeitungen, Zeitschriften oder eine Walkman braucht man nicht.